leerstand belegen! besetzen! eine einladung - 30.01. 19 uhr im mehringhof

wer wir sind
wir sind minijobber_innen, sogenannte aufstocker_innen, studierende mit zu geringem bafög, menschen denen das geld bereits jetzt nicht zum leben reicht, leute die vom jobcenter zusätzlich geld für ihre niedriglohnjobs bekommen und viele mehr. was im jahr 2012 auf hartzIV- bezieher_innen zukommt, das lässt sich mit der novellierung der entsprechenden gesetze seit dem april 2011 erahnen. für viele der 72000 menschen, deren mietkosten bereits jetzt über dem satz liegen, den das jobcenter zu zahlen bereit ist, bedeutet es zwangsumzug oder gar zwangsräumung. aber nicht nur für sie.
äußerst realistische horrorszenarien hierzu gibt es zur genüge. wir wollen unsere phantasieen aber nicht in albträumen verheizen. wir nehmen diese szenarien zum anlaß, über eine ganz andere dimension von widerstand nachzudenken. wir sagen: alles ist möglich! wir probieren es aus! wir fangen an!

das problem …
wenn über mietenpolitik des senates und über immobilienspekulation tausende von menschen aus ihren wohnungen und aus den kiezen vertrieben werden sollen,
- dann greifen wir auf den leerstand von tausenden von wohnungen zurück, die es mittlerweile im innenstadtring wieder gibt.
- dann richten wir unser augenmerk auf die weit über 12000 ferienwohnungen, die nicht unerheblich zu mietsteigerungen im kiez beitragen.
- dann kümmern wir uns um die nicht unerhebliche anzahl leerstehender häuser, zu deren besetzung wir ganz öffentlich aufrufen, deren besetzungen wir mit allen vorbereiten wollen.
freilich stehen im vergleich zu den achtziger jahren weniger häuser und wohnungen leer. wir sehen den aufruf massenhaft zu besetzen nicht als einen, der die steigenden mieten und die daraus resultierenden verdrängungen zu lösen in der lage wäre. wir denken aber, dass er ein ansatz ist, den widerstand gegen die wohnungspolitik des senates und den widerstand gegen steigende mieten und verdrängung zu bündeln.
wir sehen ihn aber auch und vor allem als einen vorschlag, der besetzungen als einen teil von aneignung ganz praktisch werden lässt, da ja nicht nur die mietkosten uns das geld zum leben wegfressen, wir mit viel zu niedrigen einkommen und löhnen sowieso viel zu wenig kohle haben. denn vergessen wir nicht: ein drittel der menschen die in plötzensee einsitzen, sitzen im knast wegen fahrens ohne fahrschein; tausende sitzen wegen ladendiebstahl; viele sind zu bußgeldern verurteilt worden und müssen die tagessätze absitzen, weil sie keine kohle haben die strafe zu bezahlen.

… und wie mensch das lösen könnte
um breiter zu werden, wollen wir auf ganz andere art mobilisieren. wir gehen dorthin, wo die leute mit ihren problemen konfrontiert werden. wir gehen vor die jobcenter. wir verteilen dort aber nicht nur flyer. wir wollen vor den jobcentern videokundgebungen machen, wir wollen vor dem jobcenter veranstaltungen und vollversammlungen abhalten. wir wollen über beratung hinausgehen, stehen dort mit leerstandslisten von wohnungen, die besetzt werden können, deren besetzungen wir vernetzen und unterstützen wollen. warum nicht etwa eine art klandestinen besetzer_innenrat aufbauen. hierzu wollen wir mit obdachlos_innen_initiativen zusammenarbeiten.
leerstand belegen! besetzen! ist ein konzept, das die unterschiedlichsten widerstandsformen zusammenzubringen sucht. symbolische aktionen, organisation und unterstützung von stillen besetzungen, massenhafte besetzungen, zu denen ganz öffentlich mobilisiert wird und militante klandestine besetzungen sollen gleichberechtigt neben einander und sich gegenseitig stützend und tragend zusammenkommen.
leerstand belegen! besetzen! hat bereits begonnen. in offenen arbeitsgruppen werden verschiedene aktionen vorbereitet. in den arbeitsgruppen werden aber auch veranstaltungen zu repression, workshops zu polizeigewalt genauso vorbereitet wie veranstaltungen zu militanter geschichte und theorie von besetzung und aneignung in berlin und anderswo.

tauschen wir uns aus – am montag den 30.01. im mehringhof
wir laden euch zu einer veranstaltung am 30.01. 19 uhr im mehringhof versammlungsraum ein, um das was wir in den letzten wochen und monaten diskutiert haben ganz breit zu diskutieren. wir wollen dabei ein konzept von mehreren phasen der kampagne, deren ende ganz bewusst offen gehalten werden soll, vorstellen. die heiße phase der aktionstage soll mit dem 19.04. beginnen. was vorher und während der tage an organisation, infoarbeit, mobilisierung, veranstaltungen und vollversammlungen laufen soll, sollen die zentralen themen des abends werden. einzelpersonen, gruppen, kiezinis und hausgemeinschaften: es gibt viel zu tun, wir sind erst am anfang.
kommt massenhaft!

zum ausdrucken und verteilen:

einladung 30.01. 19 uhr mehringhof


1 Antwort auf „leerstand belegen! besetzen! eine einladung - 30.01. 19 uhr im mehringhof“


  1. 1 Leerstand belegen – besetzen! « Steigende Mieten stoppen! Pingback am 30. Januar 2012 um 1:21 Uhr
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